BEE: Künftige Koalition muss Vorreiter beim Klimaschutz werden

24.10.13  08:16 | Artikel: 956052 | News-Artikel (e)

BEE: Künftige Koalition muss Vorreiter beim Klimaschutz werden Eine entschlossenere Klimaschutzpolitik und eine konsequente Fortführung der Energiewende fordert der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) von CDU, CSU und SPD zum Auftakt ihrer Koalitionsverhandlungen. «Der Klimaschutz muss in den Mittelpunkt der Energiepolitik rücken, sowohl national als auch international», erklärt BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk. „Deutschland muss seine Vorreiterrolle wieder stärker wahrnehmen.“ Die Energiepolitik sei auch mitverantwortlich für eine solide Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik. „Die Energieversorgung einer modernen Volkswirtschaft muss umweltfreundlich, bezahlbar und sicher sein“, sagt Falk. „Für die Energiewirtschaft muss als Leitbild gelten: dezentral, vielfältig und bürgernah. So will es die übergroße Mehrheit der Deutschen.“

In seinem Positionspapier für die Koalitionsverhandlungen fordert der BEE, dass sich Deutschland das Ziel setzt, den CO2-Ausstoß bis 2020 um mindestens 40% zu reduzieren (im Vergleich zu 1990). Umso wichtiger ist es nach Auffassung des Spitzenverbandes, dass die nächste Bundesregierung die Energiewende entschlossener vorantreibt. Im Stromsektor lässt sich bis 2020 ein Anteil von 45 bis 50% aus Erneuerbaren erreichen. Die stark gefallenen Kosten für Photovoltaik und die niedrigen Kosten für Onshore-Windkraft sorgen dafür, dass dieses Ziel realistisch ist, ohne dass die Strompreise in relevanten Größenordnungen steigen würden. Die wichtigsten Forderungen im Einzelnen:

EEG: Das erfolgreiche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sollte erhalten bleiben und mit Bedacht reformiert werden. Eine EEG-Reform darf nicht den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien verlangsamen. Das EEG-Paradoxon, durch das wachsende Anteile Erneuerbarer Energien für sinkende Börsenstrompreise und damit eine steigende EEG-Umlage sorgen, muss aufgehoben werden.

Wärme: Um die Klimaschutzziele zu erreichen, die Abhängigkeit von Energieexporten zu reduzieren und den Anstieg der Energiepreise zu dämpfen, muss die Energiewende auch im Wärmesektor eingeleitet werden. Die Sanierungsrate von Heizungen sollte durch eine Kombination von „Fördern und Fordern“ innerhalb dieser Legislaturperiode verdoppelt werden. Der Einsatz Erneuerbarer Energien sollte zum Regelfall werden.

Verkehr: Zu einer umfassenden Energiewende gehört auch der Umstieg auf Erneuerbare im Bereich Verkehr. Dabei werden alle Technologien benötigt – von rein elektrischen Antrieben mit Grünstrom über Motoren, die mit reinen Biokraftstoffen betrieben werden, und Hybrid-Antriebe bis hin zu regenerativ erzeugtem Wasserstoff.
Die Einführung von B30 (30% Biodieselanteil) für LKW könnte ohne technische Probleme zu einer deutlichen Steigerung des Biokraftstoffanteils führen. Der Biomethananteil im Erdgaskraftstoff sollte bis 2015 auf 50% angehoben werden. Wenn die Bundesregierung das Ziel erreichen will, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen, muss sie sowohl für Forschung und Entwicklung als auch für die Markteinführung geeignete Anreize setzen.




(Quelle: BEE)


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