Greenpeace-Analyse zum Quotenmodell

06.09.13  06:50 | Artikel: 955920 | News-Artikel (e)

Greenpeace-Analyse zum QuotenmodellVorschlag der Monopolkommission ungeeignet zum Ausbau der Erneuerbaren Energien

Die von der Bundesregierung eingesetzte Monopolkommission hat gestern eine umfassende Bewertung der Energiewende und des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) vorgenommen. Die Kommission schlägt in ihrem Sondergutachten «Wettbewerb in Zeiten der Energiewende» ein Quotenmodell nach schwedischem Vorbild vor. Den Vorschlag erklärt Greenpeace Energieexperte Niklas Schinerl:

Wie funktioniert ein Quotenmodell?

Das Quotenmodell ist ein Mengenmodell. Dabei legt der Staat einen fixen Anteil Erneuerbarer Energien fest, der über einen bestimmten Zeitraum hinweg von Produzenten und Netzbetreibern erzeugt und verkauft werden muss. Um die Quote zu kontrollieren, wird der Ökostrom zertifiziert. Mit diesen handelbaren Grünstromzertifikaten weisen die Akteure die Einhaltung der vorgegebenen Menge nach. Wurde die Quote nicht erfüllt, können Strafzahlungen fällig werden.

Was schlägt Greenpeace angesichts steigender Strompreise vor?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat sich bewährt und sollte nicht leichtfertig durch ein anderes Fördermodell ersetzt werden. Gleichwohl kann die Bundesregierung etwas gegen steigende Strompreise tun. Bei der Förderung der Erneuerbaren Energien braucht Deutschland keine Ausbaubremse, sondern eine Abzockbremse für Privathaushalte. Denn diese werden stark benachteiligt. Die Regierung muss dafür sorgen, dass sinkende Börsenpreise an die Privathaushalte weitergegeben und die Rabatte für die Industrie auf tatsächlich betroffene Unternehmen begrenzt werden. Zudem fordert Greenpeace von der Regierung, den Ausbau Erneuerbarer Energien bei der Stromsteuer nicht genauso hoch zu belasten wie Kohle- und Atomstrom, die hohe Folgekosten für die Gesellschaft verursachen. Schließlich müssen in einer Reform des EEG auch die Vergütungssätze für Windenergie und andere Technologien soweit möglich abgesenkt werden. Insgesamt würden die Kosten für die Verbraucher im nächsten Jahr damit sogar deutlich gegenüber 2013 sinken.


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(Quelle: Greenpeace e.V.)


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Energiepolitik | erneuerbare Energien | EEG | BTW2013

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