Studie: Langfristig deutliche Klimaveränderungen in Baden-Württemberg

07.08.13  10:36 | Artikel: 955810 | News-Artikel (e)

Studie: Langfristig deutliche Klimaveränderungen in Baden-Württemberg
Franz Untersteller,
Umweltminister
Baden-Württemberg
©baden-wuerttemberg.de
Bevölkerung, Landwirtschaft, Tourismus, Industrie und Gewerbe in Baden-Württemberg müssen sich in Zukunft auf ein wärmeres Klima einstellen – verbunden mit mehr Sommer- und Hitzetagen, mehr Tropennächten sowie geringeren Sommerniederschlägen.

Die Winter werden dafür milder, aber auch niederschlagsreicher. Zu diesen Aussagen kommt eine aktuelle Studie der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz zur möglichen zukünftigen Entwicklung des Klimas im Land.

„Natürlich wird es auch künftig immer wieder mal einen sehr kalten Winter oder einen verregneten Sommer geben“, betonte Umweltminister Franz Untersteller anlässlich der Veröffentlichung der Studie. Dies liege aber an den natürlichen Schwankungen des Klimas, die nicht mit langfristigen Klimaveränderungen gleichgesetzt werden dürften. „Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass über längere Zeiträume gesehen mit teils starken klimatischen Veränderungen zu rechnen ist“, so der Minister für Umwelt und Klima weiter. „Die Aussagen zur Entwicklung des Klimas variieren, je nachdem, welches Klimamodell gewählt wird. Deshalb haben wir uns für den Ansatz entschieden, aus möglichst vielen anerkannten Klimamodellen eine Gesamtschau zusammenzustellen“, erläuterte Margareta Barth, Präsidentin der LUBW bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Anpassungsstrategie des Landes

Für den Ballungsraum Karlsruhe gehen die Modelle zum Beispiel davon aus, dass wir einen drastischen Anstieg an Sommer- und Hitzetage haben werden. In der Klimanormalperiode 1971 – 2000 gab es nur circa 58 Sommertage pro Jahr, im Zeitraum 2021 – 2050 werden es nach den Modellen in der oberen Bandbreite bereits 68 – 75 Tage sein und im schlechtesten Falle Ende des Jahrhunderts circa 90 – 102 Sommertage. Als mittel- und langfristig umzusetzende Anpassungsmaßnahmen kommen in den von Hitze besonders betroffenen städtischen Verdichtungsräumen zum Beispiel die Erhaltung oder das Schaffen von Frischluftschneisen in Betracht. Auch können die jeweilige Bauweise und die Stadtgestaltung an das zukünftige Klima angepasst werden. Kurzfristig sind zum Beispiel Beschattungsmaßnahmen oder Trinkbrunnen an Haltestellen denkbar.
Extremereignisse wie Hochwasser und Hagelschäden

In den letzten Jahrzehnten sind auch die ersten Folgen des Klimawandels deutlicher erkennbar geworden: Extremereignisse wie Hochwasser und Hagelschäden haben zugenommen. In der Natur wurden unterschiedliche Reaktionen auf klimatische Veränderungen beobachtet: Wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten wanderten vermehrt ein, der Frühling begann über die Jahre gesehen im Schnitt früher und die Vegetationsperioden dauerten länger.

Studie "Zukünftige Klimaentwicklung in Baden-Württemberg - Perspektiven aus regionalen Klimamodellen"
Anpassungsstrategie Baden-Württemberg




(Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg)


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