BITKOM: IT-Unternehmen setzen auf Verschlüsselung

02.08.13  10:00 | Artikel: 955802 | News-Artikel (Red)

BITKOM: IT-Unternehmen setzen auf VerschlüsselungDrei Viertel der Unternehmen verschlüsseln Mails oder Daten

Die Mehrheit der IT- und Telekommunikationsunternehmen in Deutschland sichert ihre Daten und E-Mails durch Verschlüsselung. Mehr als drei Viertel der Unternehmen (76 Prozent) setzen entsprechende Technologien ein, wie eine Umfrage von Bitkom Research unter ITK-Unternehmen ergab.

Am häufigsten werden E-Mails an Dritte verschlüsselt, mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) nutzt entsprechende Software. Unternehmensinterne E-Mails verschlüsseln 41 Prozent der Befragten.

Rund die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) verschlüsselt Daten, bevor sie in der Cloud abgelegt werden.

„Unternehmen sollten die aktuelle Debatte um PRISM und Tempora zum Anlass nehmen, grundsätzlich über ihre IT-Sicherheit nachzudenken. Verschlüsselungstechnologien bieten eine gute Möglichkeit, Unternehmensgeheimnisse zu schützen, auch vor Kriminellen“, sagt BITKOM-Sicherheitsexperte Marc Fliehe.

Einer Umfrage aus dem Jahr 2012 zufolge sehen 57 Prozent aller deutschen Unternehmen Angriffe auf ihre IT-Systeme als eine reale Gefahr. Fast die Hälfte der Unternehmen (46 Prozent) verzichtet aus Sicherheitsgründen auf bestimmte Aktivitäten im Internet. So führt rund jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) keine geschäftlichen Transaktionen über das Netz durch, jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) versendet keine vertraulichen Dokumente per E-Mail.

Methodik: Basis der Angaben ist eine von Bitkom Research durchgeführte Umfrage, bei der knapp 170 ITK-Unternehmen in Deutschland befragt wurden.

Anmerkung der Redaktion:
Es ist sehr zu begrüßen, dass sich Unternehmen Gedanken über Sicherheitskonzepte machen. Der BITKOM weist jedoch nicht darauf hin, dass die Verwendung von Verschlüsselungssoftware einige Tücken mit sich bringen kann:

Zum einen sollten Anwender darauf achten, woher denn eine Software bezogen wird. Bevor z.B. das Programm PGP von Phil Zimmermann auf den Markt kam, gab es eine rege Diskussion über eine zentrale Schlüsselhinterlegung. Nur Software, die selbst kompilierbar ist, kann als sicher betrachtet werden. Außerdem kann es durchaus Unterschiede zwischen einer lokalen und einer exportierten Version geben was die Verschlüsselungsstärke betrifft, da Kryptografie in vielen Ländern unter die Waffengesetze fallen.

Zum anderen sollten bei der Kommunikation mit dem Ausland unbedingt die lokalen Gesetze beachtet werden. In vielen Ländern ist die Verwendung staker Kryptografie - wenn nicht gleich verboten - doch mit einer Schlüsselhinterlegung bei der Regierung verbunden, was die Verwendung dann natürlich obsolet macht.

Weiterführende Informationen zum Ausland finden sich auf der Seite www.cryptolaw.org




(Autor: BITKOM | Björn-Lars Kuhn)


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