Handelsverband: Strompreise - Belastungsgrenze erreicht

03.07.13  09:00 | Artikel: 955711 | News-Artikel (e)

Handelsverband: Strompreise - Belastungsgrenze erreichtMit dem von einer aktuellen Studie erwarteten Anstieg der EEG-Umlage auf 6,1 Cent pro Kilowattstunde ist laut Handelsverband Deutschland (HDE) die Schmerzgrenze für Unternehmen und Verbraucher deutlich überschritten. Nach HDE-Berechnungen hätte sich damit innerhalb von drei Jahren die EEG-Umlage für die stark mittelständisch geprägte Branche verdreifacht. Mit insgesamt 84 Millionen Euro würde der Einzelhandel im kommenden Jahr die Ausnahmen von Netzentgelten für energieintensive Industrien subventionieren.

"Bereits heute wird der Gewinn eines durchschnittlichen Supermarktes durch die EEG-Umlage um bis zu ein Drittel geschmälert", so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Bei einem Anstieg auf 6,1 Cent hätte sich die EEG-Umlage seit 2010 verdreifacht. Diese Steigerung sei nicht verkraftbar. Die zusätzlichen Kosten könnten nicht an die Verbraucher weitergegeben werden, deren Haushaltsbudget 2014 voraussichtlich schon durch die höchsten Strompreise aller Zeiten belastet werde.

Der HDE fordere erneut die Ausnahmen von der EEG-Umlage und von Netzentgelten auf das absolut notwendige Maß zurückzufahren. "Allein bei den Netzentgelten werden 2014 die Unternehmen des Einzelhandels die Ausnahmen mit 84 Millionen Euro finanzieren", so Genth. Damit sei die Schmerzgrenze erreicht. Nach einer aktuellen Studie der Grünen-Fraktion könnten die Rabatte beim Netzentgelt dann auf bis zu 1,2 Milliarden Euro steigen.

Dringend notwendig sei deshalb eine umfassende Reform des EEG, welche die Wirtschaftlichkeit und eine faire Lastenverteilung garantiere. Um Verbraucher und Unternehmen zu entlasten, schlägt der HDE eine Absenkung der Stromsteuer um zwei Cent vor. Gleichzeitig müsse die völlige Netzentgeltbefreiung einiger Unternehmen am kommenden Freitag im Bundesrat abgeschafft werden.

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(Quelle: Handelsverband Deutschland (HDE))


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