BITKOM zur Herabstufung des Informatikunterrichts in Hamburger Schulen

30.05.13  16:45 | Artikel: 955583 | News-Artikel (Red)

BITKOM zur Herabstufung des Informatikunterrichts in Hamburger SchulenInformatik muss als Teil der Allgemeinbildung begriffen werden

In Hamburg wird in den Stadtteilschulen Informatik künftig nur noch als Wahlpflichtfach angeboten. Bislang war Informatik Bestandteil des Pflichtfachs Naturwissenschaft und Technik. Zu der Entscheidung äußert sich BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder wie folgt:

Die Entscheidung in Hamburg, Informatik aus dem Kanon der naturwissenschaftlichen Pflichtfächer herauszunehmen, ist grundfalsch. Informatik ist kein Orchideenfach für ganz besonders Interessierte, Informatik muss als Teil der Allgemeinbildung begriffen werden. Der BITKOM fordert deshalb die Einführung von Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe I.

Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 43.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, die Branche ist eine der wichtigsten Wachstumsbranchen überhaupt. Statt Informatik auszulagern und damit in direkter Konkurrenz zu anderen Aktivitäten, auch Freizeitangeboten, zu setzen, muss es uns gelingen, mehr Jungen und vor allem Mädchen für die Informatik zu begeistern. Informatik ist viel mehr als Programmieren. Bei der Arbeit mit Computern geht es auch um Kreativität, Gestaltung und den Kontakt mit Menschen. Die Chance, das in der Schule zu vermitteln und Begeisterung zu wecken, wird durch eine solche Entscheidung vertan.

Dazu kommt: IT-Kenntnisse werden in immer mehr Branchen notwendig, künftig mit Industrie 4.0 auch vermehrt in der Produktion. Und auch in unseren Alltag hält immer mehr IT Einzug. Vernetzte Geräte vom Fernseher bis zum Auto, soziale Netzwerke, Smartphones und Tablets sind da nur einige wenige Beispiele.“



Kommentar der Redaktion:

Wir stimmen Dr. Rohleder zu. Es kann ncht sein, dass wir händeringend in Deutschland nach Fachkräften suchen und "GreenCards" aus dem Ausland importieren und gleichzeitig die Ausbildung im eigenen Land vernachlässigen.
Der Verzicht auf eine grundlegende Informatikausbildung ist volkswirtschaftlich gesehen schon mehr als grob fahrlässig.

Wie wollen sich die Hamburger in Zukunft darstellen?
Einzig als Fischverkäufer, die nicht mal eine Kassensoftware mit dem Tablet bedienen können?

Wie wichtig die Ausbildung in diesem Bereich ist, stellen wir immer wieder fest, wenn wir bei jungen Studienanfängern im ersten Semester Grundlagen vorraussetzen, die einfach nicht da sind und nachgeholt werden müssen. So geht eben ein Teil der Zeit im Studium dabei drauf diese nachzuholen und dafür weniger Zeit für die Kerninhalte zu haben.




(Autor: BITKOM)


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