Österreich: Zeit ist reif: Aus für neue Ölheizungen

23.05.13  07:15 | Artikel: 955558 | News-Artikel (e)

Österreich: Zeit ist reif: Aus für neue ÖlheizungenEEÖ stellt sieben Maßnahmen für die "Wärmewende" vor

Bis 2020 könnten in Österreich 55 % der benötigten Raumwärme von erneuerbaren Energiequellen bereitgestellt werden. Eine Roadmap stellt der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich vor und fordert von der Regierung dafür ein Maßnahmenpaket: Installationsverbot von Ölheizungen, Kesseltauschprämie, Steuerliche Abschreibung der Investition, Förderzins-Anhebung auf Öl- und Gasförderung, Einführung einer CO2-Steuer, Informationsoffensive und Vorbildwirkung der öffentlichen Hand sowie Abbau von rechtlichen Barrieren.

Raumwärme muss leistbar bleiben

In Österreich wird mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs für die Erzeugung von Wärme zur Beheizung von Gebäuden sowie für industrielle Prozesse eingesetzt. Knapp 60 % davon werden für die Erzeugung von Raumwärme oder Kälte verwendet. Der Anteil erneuerbarer Energie im Raumwärme-Markt lag 2011 bei rund 41 %. Der Rest wird von fossilen Energieträgern bereitgestellt. „Unser Ziel muss es sein, den Anteil erneuerbarer Wärme bis 2020 auf mindestens 55 % zu erhöhen“, fordert Josef Plank, Präsident von Erneuerbare Energie Österreich. „Dies ist dringend nötig, denn die fossilen Energieträger werden teurer, und Raumwärme muss sich jeder Österreicher leisten können. Gleichzeitig ist der Klimaschutz ein Gebot der Stunde.“

 Keine neuen Ölheizungen ab 2015

Kürzlich wurde eine Reform des CO2-Zertifikatshandelssystems vom EU-Parlament abgelehnt. „Damit ist das Emissionshandelssystem praktisch gescheitert. Klimaschutz muss auf die Ebene der Nationalstaaten verlagert werden. Wie es funktionieren kann, zeigt uns Schweden mit einer CO2-Steuer vor. Diese würde nicht nur dem Wärmesektor zugutekommen, sondern umfassende Anreize zur Senkung des Energieverbrauchs, zum effizienten Umgang mit Energie und zum forcierten Umstieg auf Ökoenergien setzen“, erklärt Plank. „Die CO2-Steuer ist die einfachste, effizienteste und schnellste Möglichkeit, die Energiewende zu bewerkstelligen.“  Diese Steuer müsste im Einführungsjahr 30 Euro pro Tonne CO2 betragen und in den Folgejahren jährlich um fünf Euro erhöht werden, bis sie 60 Euro pro Tonne beträgt. Liegt in einem Jahr der Ölpreis im Schnitt höher als 150 USD je Fass, sollte die Erhöhung im Folgejahr ausgesetzt und um ein Jahr verschoben werden. „Die jährlichen Einnahmen aus dieser CO2-Steuer sollen primär wieder an die Wirtschaft und die Bevölkerung durch Senkung der Lohnnebenkosten sowie der Pensionsbeiträge und im Wege sozialer Ausgleichsmaßnahmen refundiert werden. Nur ein kleiner Teil dient der Förderung von Ökoenergien“, rechnet Plank vor.

Information ist alles

„Die größte Hürde für eine rasche Umsetzung der Energiewende beim Heizen liegt im Informationsdefizit der breiten Öffentlichkeit, wobei Werbekampagnen der fossilen Energiewirtschaft oftmals zur gezielten Fehlinformation der BürgerInnen beitragen“, informiert Plank. Aus diesem Grund schlägt er vor, dass die Bundesregierung eine gezielte Informationsoffensive startet, um die ÖsterreicherInnen über die Notwendigkeit und Chancen einer Energiewende beim Heizen zu informieren und die angebotenen finanziellen Anreize zu bewerben. Gleichzeitig muss der Bund inklusive nachgelagerter Institutionen eine Vorbildwirkung durch vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien übernehmen.

Abbau von Barrieren

„Für Erdöl samt Erdgas gilt eine gesetzliche Bevorratungspflicht. Zur Abdeckung der finanziellen Risiken der Bevorratung bestehen staatliche Haftungen, die einer Förderung gleichkommen“, weiß Christian Rakos, Geschäftsführer proPellets Austria. „Mit der zunehmenden Bedeutung von Pellets als direktem Heizölersatz wäre eine gesetzlich verankerte Bevorratung zur Sicherstellung der Versorgung auch unter außergewöhnlichen Umständen, wie zum Beispiel klimatischen Extremereignissen oder plötzlichem Anstieg des Verbrauchs durch viele Neuanlagen, sinnvoll und anzustreben.“ Aufgrund der Produktion im Inland wäre eine Bevorratung von 5 bis 10 % des Jahresbedarfs bereits ausreichend, um eine sichere Versorgung auch in Ausnahmesituationen zu gewährleisten. Weitere Barrieren müssten laut Jauschnegg im Immissionsschutzgesetz Luft, dem geplanten österreichischen Energieeffizienzgesetz sowie bei der Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie in die OIB-Richtlinie 6 abgebaut werden, um einen weiteren Ausbau von erneuerbaren Energieträgern im Wärmebereich zu ermöglichen.

Hier finden Sie das detaillierte Massnahmenpaket "Energiewende beim Heizen" zum Download

weitere Informationen zum Thema:
ecoquent-positions.com: Verbot für Ölheizungen auch für Österreich ab 2015?
energynet.de: Verbot von Ölheizung oder Verdoppelung der Förderung für erneuerbare Wärme




(Quelle: Erneuerbare Energie Österreich)


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