eco: 500 Mrd Euro Jahresverlust durch E-Müll

19.04.13  09:41 | Artikel: 955429 | News-Artikel (e)

eco: 500 Mrd Euro Jahresverlust durch E-MüllDie permanente Ablenkung am Arbeitsplatz durch ständig neue E-Mails, Instant Messages, Facebook, Twitter und Co kostet die Weltwirtschaft rund 500 Mrd Euro pro Jahr an Produktivitätsverlust. Mit dieser Zahl hat der eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft (www.eco.de) auf seinem Jahreskongress 2013 in Köln die mehr als 200 Teilnehmer aufgeschreckt.

"Der Konzentrationsverlust durch Ablenkungssucht hat mittlerweile eine Schwelle erreicht, in der er die Vorteile der elektronischen Kommunikation zu überwiegen beginnt", warnt eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. Der Produktivitätsverlust durch ständige digitale Störungen an einem durchschnittlichen Büroarbeitsplatz wurde auf dem Kongress mit über 12.000 Euro jährlich beziffert.

"Die Unternehmen sind gefordert, neue betriebliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich die digitale Kommunikation nicht vom Segen zum Fluch entwickelt", meint eco-Chef Summa. Viele Konzerne hätten die Gefahr bereits erkannt und steuerten dagegen, beispielsweise mit Regeln wie "keine E-Mails nach Feierabend". Aber auch die mittelständische Wirtschaft sollte beginnen, mit pragmatischen Regeln der Überinformation der Mitarbeiter einen Riegel vorzuschieben. "Die Firmen müssen Verantwortung für den E-Müll in ihren Betrieben übernehmen, um dem Konzentrationsverlust und letztlich dem drohenden Burn-out in der Arbeitnehmerschaft vorzubeugen", fordert Harald A. Summa.

Mit dem Kampf gegen die digitale "Zuvielisation" helfen die Unternehmen ihren Mitarbeitern zugleich, die Work-Life-Balance zu verbessern und positionieren sich damit als attraktiver Arbeitgeber, hieß es auf dem eco-Jahreskongress 2013. Schon heute kämen in jeder dritten Scheidungsklage die Worte Smartphone und Facebook vor, hieß es in Köln. Erstaunen löste auf dem Internetkongress die Modellrechnung aus, wonach ein 75jähriger rechnerisch rund acht Monate seines Lebens allein mit dem Sichten und Löschen von E-Mails zugebracht hat. Das ist allerdings noch wenig im Vergleich zu den sechs Lebensjahren, die er sich - zumindest rechnerisch - in sozialen Netzwerken wie Facebook aufgehalten hat. Zum Vergleich: 23 Jahre seines Lebens hat der 75jährige verschlafen, auf 14 Tage summieren sich die Küsse, die er im Laufe der 75 Jahre den Menschen geschenkt hat, die er liebt, wurde auf dem eco-Kongress vorgerechnet.




(Quelle: eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.)


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