Die Energiewende braucht dezentrale Lösungen

09.04.13  10:45 | Artikel: 955378 | News-Artikel (e)

Die Energiewende braucht dezentrale Lösungen
Neuer Schwerpunkt "Dezentrale Energieversorgung" dokumentiert mit mehr als 60 Ausstellern Branchenstärke

«Es wird immer deutlicher, dass traditionelles Denken in Energiefragen nicht mehr weiterhilft. Stattdessen ist es sinnvoll, sich ernsthaft mit einem neuen Marktdesign zu beschäftigen, das auf dezentrale Versorgung setzt, eingebettet in intelligente Netze.» So kommentiert Berthold Müller-Urlaub, Präsident des B.KWK Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V., die ins Stocken geratene Energiewende in Deutschland.

Gemeinsam mit dem ESCO Forum im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V., treten die beiden Branchenverbände mit dem Gemeinschaftsstand "Dezentrale Energieversorgung" auf der HANNOVER MESSE an, um Einsparpotenziale und mögliche Effizienzsteigerungen durch dezentrale Energieversorgungslösungen bei den Entscheidern in Industrie, Gewerbe und Kommunen noch besser zu verankern. Darüber hinaus wird auch der Politik mit konkreten Beispielen für den Einsatz hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) verdeutlicht, dass KWK eine ideale Ergänzung zu den erneuerbaren Energien ist. "In Deutschland ließe sich der KWK-Anteil in den kommenden zehn Jahren leicht auf über 25 Prozent anheben. Damit wäre ein erheblicher Schritt in Richtung Versorgungssicherheit und CO2-Einsparungen getan", ist sich Müller-Urlaub sicher.

Oliver Frese, Geschäftsbereichsleiter bei der Deutschen Messe AG, bewertet die hohe Beteiligung von in- und ausländischen Ausstellern am Schwerpunkt "Dezentrale Energieversorgung" der HANNOVER MESSE positiv: "Mit insgesamt mehr als 60 Ausstellern und einem Auslandsanteil von über 20 Prozent wird den Besuchern gebündelte Kompetenz aus allen Bereichen dezentraler Energieversorgung geboten. Das betrifft Energieeffizienzdienstleister und Kontraktoren sowie das gesamte Marktsegment rund um KWK und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK). Hier sehen wir mit dem Inkrafttreten der EU-Energieeffizienz-Richtlinie (2012/27/EU) am 4.Dezember 2012 die Weichen gestellt für den verstärkten Einsatz von KWKK und die Einführung von Energiemanagementsystemen zum Nachweis von Effizienzsteigerungen. Wir werden den Schwerpunkt ,Dezentrale Energieversorgung' auf der HANNOVER MESSE konsequent weiterentwickeln und ausbauen."

Dr. Jobst Klien, Vorsitzender des ESCO Forums im ZVEI, will den "schlafenden Riesen Energieeffizienz" erwecken und fordert dafür die Beseitigung von politischen Hemmnissen für eine breite Marktdurchdringung von Energiedienstleistungen (EDL) und Contracting. "Unsere Dienstleistungen können die aktuell diskutierte Strompreisbremse effektiv unterstützen, werden aber von der Politik dadurch ,ausgebremst', dass Eigentümer-Lösungen gegenüber unseren Effizienzdienstleistungen krass benachteiligt werden." Klien fordert für die Flexibilisierung der Stromnachfrage als einer wichtigen Stellschraube für das Gelingen der Energiewende mehr Markt: "Für eine smarte Energieversorgung brauchen wir viel mehr Marktakteure als nur wenige Großverbraucher. Es ist hier absolut nicht zielführend, wenn die neue Abschaltverordnung nur den industriellen Großverbrauchern eine wirtschaftlich attraktive Anpassung der Stromnachfrage an die Stromnetzanforderungen eröffnet."




(Quelle: Deutsche Messe AG Hannover)


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