Energetische Gebäudesanierung hält, was sie verspricht - dena-Studie: 80 Prozent Einsparung in der Praxis

27.03.13  08:00 | Artikel: 955332 | News-Artikel (e)

Energetische Gebäudesanierung hält, was sie verspricht - dena-Studie: 80 Prozent Einsparung in der PraxisBei energetischen Sanierungen stimmen die Resultate in der Regel auch mit der Planung überein. Das zeigt eine neue Studie der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Untersucht wurde der Energieverbrauch von 63 hocheffizient sanierten Wohngebäuden, bei denen eine Energieeinsparung von durchschnittlich 80 Prozent angestrebt worden war. Die Studie bietet damit eine systematische und wissenschaftlich fundierte Grundlage in der bisher nur von Einzelbeispielen dominierten Diskussion über das Energiesparpotenzial energetischer Sanierungen. Sie zeigt deutlich: Die energetische Gebäudesanierung trägt wesentlich zur Reduzierung von Treibhausgasen und Energiekosten bei.

Bundesbauminister Peter Ramsauer: "Bis Ende 2012 haben wir die energieeffiziente Sanierung oder Errichtung von fast drei Millionen Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von rund 115 Milliarden Euro unterstützt. Dies ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Sinnvolle Sanierungen müssen sich dank praxistauglicher und wirtschaftlich sinnvoller Einsparvorschriften auch in Zukunft lohnen - für die Eigentümer und die Mieter. Wir setzen deshalb auf Anreize, nicht auf Zwang."

Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung: "Die energetische Gebäudesanierung hält, was sie verspricht. Das belegen zahlreiche Beispiele der neuen dena-Verbrauchsstudie, bei denen die geplante Energieeinsparung in gleicher Größenordnung auch in der Praxis erreicht wird. Eine energetische Sanierung ist ein komplexes Vorhaben. Umso wichtiger ist es, dass Bauherren konsequent auf Qualität und die Einbindung von Experten setzen. Dann werden sich ihre Investitionen auch wie geplant auszahlen."


DENA-Verbrauchsstudie

Die Studie beruht auf dem dena-Modellvorhaben Effizienzhäuser, in dem seit 2003 mehr als 350 Wohngebäude hocheffizient saniert werden. Für die Auswertung wurden die Energieverbrauchsdaten der fertiggestellten und bereits über mehrere Heizperioden bewohnten Gebäude erhoben und analysiert. Es wurde untersucht, ob der geplante energetische Standard in der Praxis erreicht wird und wie groß die tatsächliche Einsparung beim Energieverbrauch ist. Das Ergebnis: Im Mittel konnte der Energieverbrauch von 223 auf 54 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr reduziert werden. Diese Einsparung von 76 Prozent entspricht recht gut den geplanten, vorab berechneten 80 Prozent Energieeinsparung.

Vereinzelt konnten aber auch Ausreißer nach oben und unten beobachtet werden. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und sollen in einer weiterführenden Auswertung untersucht werden. Ein möglicher Ansatzpunkt hierfür ist zum Beispiel das Nutzerverhalten. Manchmal tritt nach energetischen Sanierungen ein sogenannter Rebound-Effekt ein: Die Bewohner heizen mehr als früher, weil sie nach der Sanierung nicht mehr das Gefühl haben, Energie sparen zu müssen.




(Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena))


Themenbereiche:

Energiepolitik | Studie

Schlagworte:

Gebäudesanierung (8) | Einsparung (3) | Energiesparpotenzial | Effizienzhäuser | Energieverbrauch (28)