bne zum Energiegipfel: Erneuerbare können mehr Markt als gedacht

21.03.13  11:50 | Artikel: 955311 | News-Artikel (e)

bne zum Energiegipfel: Erneuerbare können mehr Markt als gedachtBund und Länder wollen sich heute über die Maßnahmen zur Strompreissicherung einigen. Eine dieser Maßnahmen ist die Verpflichtung großer erneuerbarer Anlagen zur Direktvermarktung – nach Ansicht des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter e.V. (bne) ein kleiner, aber wesentlicher Schritt in Richtung Kosteneffizienz. Zumindest in diesem Punkt sollten sich Bund und Länder dringend einigen, meint der bne.

„Die erneuerbaren Energien wagen schon heute sehr viel mehr Markt, als die Politik es ihnen zugetraut hätte“, sagt bne-Geschäftsführer Robert Busch. Die im Januar 2012 eingeführte Möglichkeit zur Direktvermarktung auf freiwilliger Basis sei sehr gut angenommen worden, so Busch. Tatsächlich sind laut einem aktuellen Papier des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung mittlerweile über 80 Prozent der Windanlagen, etwa 39 Prozent der Biomasseanlagen und sieben Prozent der Photovoltaikanlagen in die Direktvermarktung gewechselt.

Das zeige eindeutig, dass die Marktprämie der richtige Anreiz gewesen sei, die Akteure zur Teilnahme am Markt zu bewegen, folgert der bne-Geschäftsführer. Doch die Zeit sei nun reif für größere Pflichten: „Das letzte Jahr hat gezeigt, dass viele Erneuerbare längst schwimmen können. Jetzt ist es Zeit zu zeigen, dass sie es auch wollen. Denn der Großteil der Erneuerbaren braucht keine Schwimmflügel mehr – sie beherrschen längst das Kraulen“, so Busch. Die Verpflichtung großer erneuerbarer Anlagen über 150 Kilowatt (kW) Leistung zur Direktvermarktung sei hier der richtige Weg. Zudem würden dadurch die so oft kritisierten Mitnahmeeffekte hinsichtlich der Managementprämie entfallen. „Wenn die Verpflichtung zur Vermarktung kommt, können endlich sämtliche Wohlfahrtsgewinne zutage treten, ohne dass sie durch Windfall-profits geschmälert werden“, erläutert Busch.

Grundsätzlich dürfe die Politik allerdings nicht vergessen, dass die Strompreisbremse nur die Ouvertüre zur großen EEG-Novelle sein könne: „Da gibt es noch viel zu tun auf dem Weg zu einem funktionierenden, an allgemeinen Marktmechanismen orientierten System“, sagt Busch.

Working Paper des Fraunhofer ISI

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(Quelle: Bundesverband Neuer Energieanbieter e.V. (bne))


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