Frank Busse: Aktuelle Auswertung zu Datenmeldungen durch die Bundesnetzagentur

06.03.13  06:00 | Artikel: 955231 | News-Artikel (Red)

Die im Januar neu ans Netz angeschlossene PV-Leistung liegt mit 275 MWp auf dem Niveau von Januar 2011 (266 MWp). Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2012 ist die Anschlussleistung um 17 %, im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast die Hälfte (-47 %) gesunken. Der Vergleich einzelner Monate ist nur bedingt aussagekräftig. Insgesamt zeigt sich aber in den letzten Monaten sowohl bei den Anschlusszahlen als auch bei den angeschlossenen Leistungen - wie politisch ausdrücklich gewünscht - eine deutlich sinkende Tendenz.

Besorgnis erregt auch meiner Sicht die Entwicklung der Anschlusszahlen und -leistungen im Vergleich zum Vormonat: Wie schon im Dezember 2012 ist die in Anlagen bis 5 kWp (typische EFH-Größe) und bis 50 kWp (typische Scheunendachgröße) angeschlossene Leistung auch im Januar 2013 wieder im Vergleich zum Vormonat überproportional gesunken. Diese Tendenz gab es bisher nur vereinzelt (nämlich in Oktober 2010, sowie Juli und August 2011). Neu ist die Größenordnung in Bezug auf Anlagen bis 5 kWp: Hier ist die angeschlossene Leistung im Vergleich zum Vormonat nun zwei Monate in Folge jeweils fast doppelt so stark gesunken wie die in größeren Anlagen (größer 50 kWp) angeschlossene Leistung.

Die Entwicklung der Anzahl der neu angeschlossenen Anlagen zeigt dasselbe deutliche Übergewicht bei typischen EFH-Anlagen: Gegenüber Dezember 2012 wurden 30 % weniger Anlagen bis 5 kWp, aber nur 7 % weniger Anlagen über 50 kWp neu angeschlossen.


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In 2012 war bereits eine Verschiebung hin zu großen Anlagen (deutlich größer als 50 kWp) zu beobachten. Diese Tendenz zu Lasten des Anteils typischer EFH-Anlagen wird im Januar klar bestätigt.

Nachdem kleine Hausdachanlagen kaum jemals Profite abgeworfen haben und vor allem als Prestigeobjekte im Sinne einer nach Außen deutlich sichtbaren "grünen" Einstellung Bedeutung hatten, zeigt hier wohl die dumpfe (aber gleichwohl höchst erfolgreiche) Propaganda gegen angeblich sozialschmarotzende Zahnärzte (und Konsorten) ihre verheerende Wirkung.

Leider haben es die Umweltverbände in den vergangenen Jahren versäumt, die mangelnde Grundlage dieser Propaganda bei jeder Gelegenheit deutlich herauszustellen - was auch bedeutet hätte, die Aussagen von Installateuren und BSW klar als das zu benennen, was sie war (und ist): interessengeleitete Kundenwerbung, nicht neutrale Darstellung von Fakten. BSW und Umweltverbände haben durch ihre Werbung einerseits und die fehlende neutrale Richtigstellung andererseits der Propaganda Vorschub geleistet und tragen so Mitverantwortung für den rapiden Imageverlust der Photovoltaik.

Die Modulpreise befinden sich weiter im gewohnt sanften Sinkflug: Im Januar lagen sie (laut Solarserver) je nach Modultyp zwischen 0,52 € und 0,78 €/kWp. Die Anlagenkosten für den Endkunden lagen laut BSW im Januar im Schnitt bei 1,684 €/kWp, laut Solarserver (mit den dort angegebenen Faktoren) sogar noch durchgängig deutlich darunter, nämlich zwischen 0,80 € und (maximal!) 1,58 €/kWp. Auch an dieser Stelle wäre eine neutrale Überprüfung der statistischen Grundlagen offensichtlich dringend vonnöten.




(Autor: Frank Busse)


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