Fell: Strafzölle könnten 242.000 Arbeitsplätze vernichten

22.02.13  16:30 | Artikel: 955195 | News-Artikel (Red)

Laut einer Studie von Prognos könnten auf Grund möglicher Strafzölle auf chinesische Photovoltaikmodule in Europa bis zu 242.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von bis zu 27 Milliarden Euro verloren gehen. Die Autoren haben drei verschiedene Szenarien untersucht, in denen Zölle von 20, 35 und 60 Prozent auf Importe aus China erhoben werden.

In allen drei Szenarien wird durch die Preiserhöhungen bei den Modulen mit einem starken Rückgang der Nachfrage in Europa gerechnet. Schon bei Zöllen in Höhe von 20 Prozent geht demnach die Nachfrage um 30 Prozent zurück. Hierdurch gehen insbesondere Arbeitsplätze bei den Installateuren von PV-Anlagen verloren.

Der Rückgang der Nachfrage führt darüber hinaus aber auch in zwei weiteren Sektoren zu einem Arbeitsplatzrückgang. So würden europäischen Zulieferbetrieben, die an chinesische Hersteller liefern, ein Absatzmarkt wegbrechen, den eine gesteigerte europäische Produktion nicht auffangen kann. Des Weiteren wären auch Dienstleistung rund um die Photovoltaikbranche von einem Rückgang des Absatzes betroffen.

Zwar hätten die Zölle auch einen positiven Effekt auf die europäischen Hersteller von PV-Systemen, allerdings würden die dort neugeschaffenen Stellen nur zehn bis zwanzig Prozent der in den anderen Bereichen wegfallenden Arbeitsplätze kompensieren. Die Strafzölle würde aber vor allem dem Ausbau der Erneuerbaren Energien in Europa schweren Schaden zufügen.

Zusammenfassung der Studie (in englisch)




Autor: Hans-Josef Fell, MdB

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell ist energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages seit 1998. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe.



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