Polnischer Netzbetreiber will Phasenschieber installieren

01.02.13  14:05 | Artikel: 955111 | News-Artikel (Red)

Der polnische Stromnetzbetreiber PSE Operator hat angekündigt Phasenschieber an der Grenze zu Deutschland installieren zu wollen. Mit Phasenschiebern kann der physikalische Stromfluss technisch eingeschränkt werden. Damit will PSE deutschen Erneuerbaren Strom aus dem Netz halten.

Begründet wird dies mit Leitungsengpässen die angeblich durch Windstrom aus Ostdeutschland entstehen. PSE ist bisher noch nicht entflochten, wie es das EU-Recht vorsieht, das heißt der Staatskonzern besitzt das Übertragungsnetz und eigene Kraftwerke. Der Verdacht liegt daher nahe, dass es PSE nicht um Leitungsengpässe geht, sondern um die Rentabilität der eigenen Kraftwerke. Denn auch polnische Kraftwerke werden durch deutschen Erneuerbaren Strom unrentabel.

Es wird eine spannende Frage werden, ob die Phasenschieber mit dem Grundsatz der europäischen Warenverkehrsfreiheit vereinbar sind. Denn im Prinzip hindern sie Stromkunden in Polen preiswerten deutschen Ökostrom an der Börse zu kaufen und zwingen sie teuren Kohlestrom zu beziehen.

Die Argumentation, dass mit den Phasenschiebern, die nicht vor 2016 fertig gestellt werden, im Osten Deutschlands öfter Windenergieanlagen abgeschaltet werden müssten sind darüberhinaus falsch. Wenn der Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien eingehalten wird, müssten zunächst einmal die Braunkohlekraftwerke in der Lausitz und in Sachsen heruntergefahren werden. Bis zur Fertigstellung der Phasenschieber im Jahr 2016 wird die neue Stromtrasse von Thüringen nach Bayern fertiggestellt sein.




Autor: Hans-Josef Fell, MdB

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell ist energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages seit 1998. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe.



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