Studie: Wind im räumlichen Vergleich - Süddeutschland teilweise besser als OffShore

10.01.13  05:45 | Artikel: 955018 | News-Artikel (Red)

Studie: Wind im räumlichen Vergleich - Süddeutschland teilweise besser als OffShoreImmer wieder wird von der Politik die OffShore-Windkraft favorisiert und als das Rückrad der Energiewende bezeichnet. Windräder im Meer vor Deutschlands Küsten oder in küstennahen Regionen werden dabei vornehmlich ins rechte Licht gerückt. Das solcherlei Anlagen doch nicht so effizient sind, wie immer behauptet wird, zeigt eine Studie der 100 prozent erneuerbar stiftung.

Bisher ist man davon ausgegangen, dass der Wind auf See wesentlich öfter und stärker weht, als an Land. Aber ist die Situation wirklich so eindeutig?

Die Beantwortung dieser Fragen ist für die Nutzung der Windenergie von entscheidender Bedeutung, geht es darum, regionale und zeitlich auftretende Unterschiede im Windangebot zu erschließen und die Windeinspeisung insgesamt zu verstetigen. Hierzu wurden stündlich aufgelöste Reanalysedaten der gemittelten Windgeschwindigkeit im Zeitraum von 2005 bis 2009 an 37 fiktiven Standorten statistisch ausgewertet und einer Clusteranalyse unterzogen.

Standorte von Windkraftanlagen der StudieAnschließend werden in acht verschiedenen Szenarien die Erzeugungsleistung bei hoher räumlicher Konzentration und bei breiter räumlicher Verteilung simuliert.

Die statistische Auswertung ergibt, dass einige Standorte in Süddeutschland ein vergleichbares oder sogar höheres durchschnittliches Windangebot als manche Standorte in Norddeutschland (inklusive Ostsee-Offshore) aufweisen.

Hinsichtlich der Stetigkeit des Dargebots sind einige Binnenstandorte wiederum den untersuchten Offshore-Standorten überlegen.

Ein schwaches Windangebot im Norden Deutschlands ist in den meisten Fällen durch ein höheres Aufkommen im Schwarzwald und weiteren Regionen und Mittelgebirgen im Südwesten (Pfälzer Wald, Schwäbische Alb und Saarland) und in den deutschen Alpen begleitet.

Die anschließende Simulation der Erzeugung belegt, dass die Volatilität der Einspeisung, gemessen als Standardabweichung, signifikant reduziert werden kann, wenn die installierte Leistung gleichmäßiger über Deutschland verteilt ist. Bei regional ausgewogenerer Verteilung von Windenergieanlagen nehmen ebenso größere Sprünge in der Einspeiseleitung von mehr als 5 Prozent der installierten Leistung in zwei aufeinanderfolgenden Stunden erheblich ab.

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(Autor: Björn-Lars Kuhn | René Mono, Peter Glasstetter)


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