Einspeisemanagement kleiner Solarstrom-Anlagen: Übergangsfrist endet zum Jahreswechsel

22.12.12  09:00 | Artikel: 954917 | News-Artikel (e)

Einspeisemanagement kleiner Solarstrom-Anlagen: Übergangsfrist endet zum JahreswechselKleine Photovoltaik-Anlagen müssen ab 2013 Leistung auf 70 Prozent reduzieren oder am Einspeisemanagement teilnehmen
Betroffen sind Solarstrom-Anlagen bis 30 Kilowatt aus dem Jahr 2012 und alle Neuanlagen
Darauf müssen Sie achten

Der Jahreswechsel bringt für viele Bürger mit Solarstrom-Anlagen und alle Solarinteressierte, die über die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage nachdenken, eine Neuerung: Ab dem 1. Januar 2013 müssen alle Photovoltaik-Anlagen in Deutschland am gesetzlich vorgeschriebenen Einspeisemanagement teilnehmen. Die Regelung gilt für alle neuen Photovoltaik-Anlagen und auch für die rund 150.000 Solarstrom-Erzeuger, die im Jahr 2012 eine kleine Photovoltaik-Anlage installiert haben. Für letztere endet zum Jahreswechsel die Übergangsfrist.

Die Betreiber dieser kleinen Solarstrom-Anlagen können wählen zwischen Einspeisemanagement oder einer Begrenzung auf 70 Prozent der Anlagenleistung. "Die Entscheidung hängt von den Umständen im Einzelfall ab, zum Beispiel von den Anforderungen der Netzbetreiber", erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). Auch wenn die Entscheidung auf die Kappung der Anlage fällt, muss Solarstrom nicht zwangsläufig ungenutzt verpuffen. Körnig: "Es sind ausgereifte Lösungen wie intelligente Steuertechnik und Speichertechnologie auf dem Markt, mit denen sich der überschüssige Solarstrom nutzen lässt und zugleich die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden."

Was bedeutet die Gesetzeslage für Solarinteressierte und Anlagenbetreiber? Was muss bei der Entscheidung bedacht werden? Der BSW-Solar beantwortet die wichtigsten Fragen und gibt Tipps für die Umstellung und für die Neuanschaffung:

1. Zunächst ist zu klären, ob die Photovoltaik-Anlage von dem Gesetz betroffen ist. Für alle kleinen Photovoltaik-Anlagen (bis 30 Kilowatt), die bis Ende 2011 in Betrieb gegangen sind, ändert sich nichts. Bei kleinen Photovoltaik-Anlagen aus dem Jahr 2012 endet jetzt die Schonzeit. Ab dem 1. Januar 2013 unterliegen auch sie der Regelung. Wird der Betreiber einer solchen Anlage nicht aktiv, setzt er die Vergütung des Solarstroms nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz aufs Spiel. Neue Solarstrom-Systeme, die nach dem Jahreswechsel installiert werden, müssen diese gesetzlichen Vorgaben ebenfalls erfüllen.

2. Wer eine Photovoltaik-Anlage nach dem 1. Januar 2013 neu in Betrieb nehmen will, sollte schon bei der Anschaffung mit dem Fachbetrieb über die verschiedenen Möglichkeiten sprechen. Je nach Variante könnte die Wahl der einzelnen Komponenten des Solarsystems anders ausfallen. Zum Beispiel könnte ein Wechselrichter gewählt werden mit erhöhtem Leistungsspektrum oder ein Batteriespeicher angeschafft werden.

8. Egal, ob die Entscheidung auf das Einspeisemanagement oder die 70-Prozent-Abregelung fällt - es entstehen immer Kosten. Bei im Jahr 2013 neu installierten Photovoltaik-Anlagen sind dies Teile der Anschaffungskosten, die über die normale Abschreibung steuerlich geltend gemacht werden können. Bei im Jahr 2012 in Betrieb genommenen Anlagen dürften die nachträglich entstandenen Kosten im Rahmen der üblichen Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden können.

9. Für die nächsten Schritte empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem Fachinstallateur. Dieser kennt sich mit den technischen Anforderungen des jeweiligen Netzbetreibers aus und kennt die Photovoltaik-Anlage. Mit diesem Wissen kann er Lösungsmöglichkeiten vorschlagen und eine Kostenabschätzung vorlegen.

10. Falls nach dem Gespräch mit dem Fachinstallateur noch Unklarheiten zum weiteren Verfahren bestehen, sollte der Netzbetreiber angesprochen werden. So riskiert der Besitzer der Photovoltaik-Anlage nicht, die Vergütungsfähigkeit seiner Solaranlage zu verlieren.




(Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW))


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