Google-Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht

27.11.12  08:10 | Artikel: 954829 | News-Artikel (Red)

Google-Kampagne gegen das LeistungsschutzrechtWillst Du auch in Zukunft finden, was Du suchst?

Die Diskussion über das geplante Leistungsschutzrecht hält schon seit längerem an. Von den Verlagen wurde Google bisher immer als eine Institution dargestellt, die Nachrichteninhalte absaugt, obwohl diese explizit eingestellt werden müssen.

Google scheint die Diskussion nicht mehr auf sich beruhen zu lassen und startet nun mit der Aktion "Verteidige Dein Netz", die gegen das von der schwarz-gelben Bundesregierung geplante Leistungsschutzrecht zugunsten von Presseverlagen, das am Donnerstag in erster Lesung im Parlament beraten werden soll.

“Seit über 10 Jahren kannst Du jederzeit finden, was Dich bewegt. Ein geplantes Gesetz soll das jetzt ändern. Willst Du das? Misch Dich ein. Verteidige das Netz.”

Aktuell startet die Kampagne mit einem Google-Video “10 Fakten zum Leistungsschutzrecht”. Auf der Website www.google.de/deinnetz steht eine “Finde Deinen Bundestagsabgeordneten-App” zur Verfügung sowie die Möglichkeit sich in einen Newsletter einzutragen.



"Der Bundestag berät demnächst über ein Leistungsschutzrecht. Dieses soll Verlagen gegenüber Suchmaschinen und anderen Diensten das Recht geben, Suchergebnisse für Presseartikel zu verbieten oder von einer Zahlung abhängig zu machen. Für Dich würde es damit deutlich schwerer, im Internet die Informationen zu finden, die Du suchst. Verteidige Dein Netz gegen diesen weltweit einmaligen Eingriff, misch" Dich ein und teile diese Seite mit Freunden!"

"Ein Leistungsschutzrecht bedeutet weniger Informationen für Bürger und höhere Kosten für Unternehmen", erklärt Stefan Tweraser, Country Director von Google Deutschland, die Kampagne. Das umstrittene Gesetz soll Verlagen "das ausschließliche Recht" geben, "Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen". Damit müssten Anbieter wie Google die Darstellung von kleinen Textauszügen (Snippets) auf ihren News-Seiten bei den Verlagen lizenzieren oder darauf verzichten.

Paradox daran ist, dass die Verlage seit Jahren diesen kostenlosen Service nutzen, um die Zugriffe auf den eigenen Seiten zu erhöhen. Da aber die Verlage generell Probleme mit den Umsätzen haben und Zeitungen reihenweise wegsterben, liegt es nahe, andere Einnahmequellen erschließen zu wollen. Das auf gesetzlicher Basis zu versuchen, ist jedoch dreist.

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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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