Stadt Kempten: Potenziale clever nutzen

27.10.12  10:00 | Artikel: 954718 | News-Artikel (e)

Stadt Kempten: Potenziale clever nutzenIm bayerischen Kempten sorgt ein erneuertes Laufwasserkraftwerk für doppelten Ertrag

Die bayerische Stadt Kempten setzt verstärkt auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Ein neues, hocheffizientes Laufwasserkraftwerk bringt den doppelten Stromertrag des alten Vorgängers aus den 1950ern. Für ihr Engagement ist die Stadt Kempten gestern als »Energie-Kommune« ausgezeichnet worden. Mit dem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

„Das neue Kraftwerk ist eine gute Lösung für Anwohner und Umwelt“, meint Kemptens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer. Es versorgt mit jährlich etwa 10,5 Millionen Kilowattstunden Strom nicht nur mehr als 3.000 typische deutsche Haushalte. Das Laufwasserkraftwerk vermindert durch eine elastische Lagerung des gesamten Bauwerks die Schall- und Schwingungsübertragung. Ein Schwesternkraftwerk auf der anderen Seite der Iller wurde mit einer ähnlichen Dämmung ausgestattet. „Damit holen beide Kraftwerke mehr Energie aus dem Fluss und laufen trotzdem äußerst leise“, erklärt Dr. Netzer.

Eine Herausforderung bei der Planung des Laufwasserkraftwerks war die Schaffung eines stimmigen Bildes zwischen Neubau und denkmalgeschützter Spinnerei am alten Laufwasserkraftwerk. Das Ergebnis wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Und auch die Kemptener selbst sind von dem Gesamtkomplex so angetan, dass ein Teil der alten Spinnerei in Eigentumswohnungen umgebaut wurde. Für Oberbürgermeister Dr. Netzer ist das Gebäudeensemble ein Symbol für die Energiewende: „Die Menschen identifizieren sich durch eine Architektur unserer Zeit mit den Anforderungen unserer Zeit.“

Um die eigenen Potenziale konsequent zu nutzen, setzt Kempten darüber hinaus auf Sonnenenergie. „Wir haben sehr viele engagierte Bürgerinnen und Bürger in Kempten, die Solarenergie auf ihren Privatdächern nutzen“, erläutert Dr. Netzer. „Auf einer ehemaligen Mülldeponie steht seit 2011 ein Solarpark, der anteilig von einer Energiegenossenschaft betrieben wird. So können sich alle Kemptener beteiligen.“

„Das Ersetzen von alten durch neue Anlagen und die Beteiligung der Bürger bei der Planung und Umsetzung sind wichtige Handlungsfelder der Kommunen“, meint Nils Boenigk, Projektleiter „Kommunal Erneuerbar“ bei der Agentur für Erneuerbare Energien. „Die Energie-Kommune Kempten nutzt die dafür notwendigen Spielräume konsequent aus und hebt damit die örtlichen Potenziale.“




(Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE))


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