Blackout-Gefahr: Stresstest für deutsche Stromleitstellen

25.10.12  09:45 | Artikel: 954713 | News-Artikel (e)

Blackout-Gefahr: Stresstest für deutsche StromleitstellenMinister Röslers Reservekapazitäten alleine greifen zu kurz

Der kommende Winter wird insbesondere für die Stromleitstellen in Deutschland zur Belastungsprobe. Der Grund: In der kalten Jahreszeit erhöht sich der Stromverbrauch bundesweit um mehr als 15 Prozent. Gleichzeitig werden Leitungsengpässe, regional ungleiche Verteilungen zwischen Erzeugung und Verbrauch sowie die Abschaltung von Kraftwerken zum Stresstest für das Netzmanagement in den Leitstellen. Die Gefahr von Stromausfällen ist so groß wie nie zuvor. Daran werden auch die jüngst von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler geforderten Reservekapazitäten wenig ändern. Das ist das Ergebnis einer Marktbeobachtung von Lischke Consulting.

"Die Wintermonate werden zu einem wichtigen Praxistest für das Netzmanagement in den Leitstellen", sagt Volker Isbrecht, Energieexperte von Lischke Consulting. "Um die Versorgungssicherheit auf dem gewohnt hohen Niveau in Deutschland gewährleisten zu können, müssen die modernisierten Stromleitstellen reibungslos funktionieren. Um dies sicherzustellen verfolgt jeder Netzbetreiber eigene interne Strategien für das Netzmanagement in den Wintermonaten und für die Energiewende generell."

Im Zuge der Energiewende arbeiten die Netzbetreiber seit Monaten mit Hochdruck am Umbau der Schaltzentralen für das Strommanagement. Dabei setzen die Unternehmen beispielsweise auf verbesserte Prognosetools für die solare Stromerzeugung, Qualifikationsmaßnahmen des Personals oder auf intensivere grenzüberschreitende Abstimmungen mit den europäischen Nachbarn.

So fördert etwa die Abschaltung von Kraftwerken in Deutschland den grenzüberschreitenden Stromtransport in Europa. Das Leitstellenpersonal wird durch Schulungen in Trainingssimulatoren vergleichbar einem Flugsimulator auf das damit verbundene neue, europäische Arbeitsprofil vorbereitet. Neben der Vermittlung von technischem Know-how zählt mittlerweile auch die tagtägliche professionelle Kommunikation mit den europäischen Nachbarn dazu.

"Für den Betrieb der neuen Stromleitstellen sind in Zukunft permanente Anpassungen notwendig, denen sich das Netzmanagement stellen wird", sagt Volker Isbrecht. "Dazu zählen nicht zuletzt neue Stromübertragungstechnologien, die weitere Internationalisierung des Stromtransportes oder die weiter steigende volatile Einspeisung erneuerbarer Energien."




(Quelle: Lischke Consulting GmbH)


Themenbereiche:

Politik | Unternehmen | erneuerbare Energien

Schlagworte:

erneuerbare Energien (167) | Lischke Consulting GmbH | Stromleitstellen | Belastungsprobe | Rösler (64) | Strommanagement