BSW: Drei Fragen, drei Antworten zur EEG-Umlage

07.10.12  17:00 | Artikel: 954662 | News-Artikel (e)

BSW: Drei Fragen, drei Antworten zur EEG-UmlageWeiterer Photovoltaik-Ausbau kein Kostentreiber | Solarstrom wird zu einer der günstigsten Energieformen überhaupt werden | Dauerhaft schützen nur Erneuerbaren Energien vor weiter steigenden Preisen

Mitte Oktober wird die Erneuerbare-Energien-Umlage für 2013 bekannt gegeben. In der Debatte ist ein möglicher Anstieg der Umlage von rund 3,5 auf 5 Cent je Kilowattstunde. Welche Rolle spielen dabei die Erneuerbaren Energien? Hier finden Sie Antworten:

Machen Erneuerbare Energien den Strom teurer?
Eine Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif, sie wird sich jedoch auszahlen. Gehörte Solarenergie vor wenigen Jahren noch zu den teuersten Energieformen überhaupt, so wird Solarstrom mittelfristig zu einer der preiswertesten Energiequellen überhaupt werden. Ein weiterer Photovoltaik-Ausbau wirkt sich nur noch geringfügig auf die Strompreise aus. Tatsächlich senken die Erneuerbare Energien schon heute erheblich den Preis an der Strombörse, indem sie zu Spitzenlast-Zeiten teureren Strom aus fossil befeuerten Kraftwerken ersetzen. Diese Kostenersparnis kommt bislang bei den Verbrauchern nicht an und wird bei der Berechnung der EEG-Umlage nicht berücksichtigt.

Würde ein verlangsamter Ausbau der Erneuerbaren den Preisanstieg bremsen?
Nein, dauerhaft schützt nur der Ausbau der Erneuerbaren Energien vor weiter steigenden Preisen für Öl, Gas, Kohle und Uran. Solarenergie und Windkraft stellen zwei wesentliche Bausteine einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung dar. Oft wird übersehen, dass auch ohne eine Umstellung auf Erneuerbare Energien eine Modernisierung und Erneuerung des Kraftwerksparks und Stromnetzes unvermeidbar wäre. Das Bundeswirtschaftsministerium hat errechnen lassen, dass die Preise für Steinkohlekraftwerke von 2005 bis 2010 um mehr als 40 Prozent zugelegt haben. Photovoltaik-Anlagen hingegen wurden von 2006 bis 2012 um 66 Prozent günstiger. Selbst wenn die Energiewende gestoppt würde, würden die Strompreise damit weiter steigen.

Welche Mehrkosten entstehen durch den Ausbau Erneuerbarer Energien?
Die EEG-Umlage wird auch im nächsten Jahr lediglich rund 0,5 Prozent der Gesamtausgaben eines Durchschnittshaushalts ausmachen. Nur rund 3,5 Prozent der Energiekosten eines Durchschnittshaushaltes ist auf den Ausbau Erneuerbarer Energien im Stromsektor zurückzuführen. Würden die direkten und immer noch in hohem Umfang gewährten indirekten staatlichen Förderungen der konventionellen fossilen Energien ebenfalls transparent über die Stromrechnung gezahlt wie dies bei Erneuerbaren Energien mit der EEG-Umlage der Fall ist, dann müssten die Strompreise deutlich höher liegen. Eine „Fossile Energien-Umlage“ würde im Jahr 2012 pro Kilowattstunde (kWh) rund 10 Cent betragen, hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft berechnet. Zum Vergleich: Für die Erneuerbaren Energien werden privaten Stromverbrauchern im nächsten Jahr voraussichtlich rund 5 Cent/kWh in Rechnung gestellt.




(Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW))


Themenbereiche:

Energiepolitik | erneuerbare Energien

Schlagworte:

Energiepreistreiber (2) | Erneuerbare Energien (146) | Strompreise (62) | energieintensive Industrie (11) | Börsenstrompreis (16) | BSW-Solar (11)