Hintergrund: Windkraftanlagen – Energie aus Wind

21.08.12  06:30 | Artikel: 954522 | News-Artikel (Red)

Hintergrund: Windkraftanlagen – Energie aus WindEine neue gesetzliche Regelung stellt Deutschlands Kommunen vor die Aufgabe mögliche Standorte für Windkraftanlagen auszuweisen. So wurde dieses Thema auch in Spaichingen von den Bürgermeistern der verschiedenen Teilgemeinden bereits diskutiert. Wir geben Ihnen ein paar Hintergrundinformationen.

Kaum fährt man ein paar Kilometer durch das Ländle, so fallen sie einem schon von weitem ins Auge: die großen Rotoren der Windkraftanlagen, die in ganz Deutschland verteilt stehen. Fährt man auf der Autobahn von Nürnberg nach Erfurt, stehen hier Duzende dieser Anlagen in großen Windparks zusammen. Durch eine neue gesetzliche Regelung im Zusammenhang mit der Energiewende könnten in naher Zukunft auch bei uns solche Stromerzeugungsanlagen installiert werden.

Die Energieerzeugung durch Wind gibt es schon seit über 100 Jahren. Rein äußerlich bestehen solche Anlagen heute aus einem Turm, der oben die sog. Gondel aufnimmt, an der dann der Rotor befestigt ist. Bauhöhen von 140 Metern und Rotordurchmesser von 90 Metern sind seit ein paar Jahren zum Standard geworden. Je nach Höhe und Bauform haben die Anlagen eine Nennleistung von bis zu 4 MW, was zum besseren Verständnis umgerechnet etwa 2900 PS sind. Bei guten Windverhältnissen und hoher Drehzahl des Rotors sind dabei Geschwindigkeiten am Ende des Rotorblattes von über 300 km/h keine Seltenheit

Windenergieanlagen gehören genauso wie Solaranlagen zu den regenerativen Energien und sind damit ökologisch unbedenklich, da keine Ressourcen verbraucht werden. Allerdings fallen Wind- und Solaranlagen auch in die Gruppe der sog. volatilen (veränderlichen) Erzeugungsarten. Nur wenn bei diesen Anlagen Wind oder Sonne vorhanden ist wird auch Energie produziert. In Kombination beider Erzeugungsformen kann jedoch schon ein großer Teil der von den Verbrauchern benötigten Energie sichergestellt werden. Aktuell beträgt der Anteil der von Wind- und Solarkraftwerken erzeugten Energie 14,5%. Alle regenerativen Energien stellen bereits 25%.

Windkraftanlagen sind natürlich rein landschaftlich meist auffälliger und störender als z.B. Solaranlagen. Trotzdem sind diese gut für die Region, weil damit der produzierte Strom direkt in das lokale Leitungsnetz eingespeist wird und den Verbrauchern auf kurzen Wegen zur Verfügung steht. Gerade erst in den letzen Tagen wurde der sog. Netzentwicklungsplan von den Stromversorgern ausgearbeitet. In diesem wird festgelegt, wie viele neue Stromleitungen in Deutschland in den nächsten zehn Jahren gebaut werden müssen. Immer wieder hört man in diesem Zusammenhang, dass es an Leitungen quer durch das Land fehle, um den an der Küste durch Windkraft erzeugten Strom in den Süden zu transportieren. Durch den weiteren Ausbau könnten so Milliarden-Ausgaben reduziert werden, die der Stromkunde ja über den Strompreis bezahlen muss.


Zu diesem Thema haben wir eine Bildergalerie erstellt.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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