Datenchaos: Anfrage an die Bundesnetzagentur soll Klarheit schaffen [UPDATE]

27.06.12  16:45 | Artikel: 954439 | News-Artikel (Red)

Datenchaos: Anfrage an die Bundesnetzagentur soll Klarheit schaffen [UPDATE]
Hans-Josef Fell, MdB
Sprecher für Energiepolitik
der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/Die Grünen
Bild: hans-josef-fell.de
Die Bundesnetzagentur taucht regelmäßig in der Berichterstattung auf. Zuletzt ging es wieder einmal um die Datenmeldungen der neu installierten Photovoltaik-Anlagen. Hierbei werden hauptsächlich die langen Wartezeiten kritisiert, bis Daten veröffentlicht werden, aber auch andere Gerüchte machen die Runde.

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht mehr oder weniger regelmäßig die Daten über neu installierte Solaranlagen. Teilweise dauert es jedoch mehrere Monate bis zur Veröffentlichung. Hartnäckig halten sich hier Gerüchte um Manipulationen oder politischer Einflussnahme.

Das die Daten, vor allem im Vergleich zu denen der Übertragungsnetzbetreiber, mehr als fehlerbehaftet sind, ist bewiesen. Die Abweichungen sind hier kaum erklärbar.

Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen hatten wir bereits im Mai eine offizielle Anfrage an die Bundesnetzagentur gerichtet. Hierbei sollen vor allem Fragen zu den Themenkomplexen Datenerfassung, Datenqualität und Manipulationsmöglichkeiten beantwortet werden.

Da eine Antwort bisher immer noch aussteht, die nach Angaben der Pressestelle der BNetzA jedoch schon unterwegs sei, haben wir nach Alternativen gesucht, um die Antwortzeiten etwas zu beschleunigen oder auch um anderweitig Antworten zu erhalten. Wir kontaktierten das Berliner Büro des Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell und baten um Unterstützung in dieser Sache.

Hans-Josef Fell erklärte gegenüber unserer Redaktion, dass er in der heutigen Fragestunde des Bundestages (27.06.2012) folgende zwei Fragen zur Beantwortung stellen wird:

1.) Welche Gründe sieht die Bundesregierung für die unterschiedlichen Ergebnisse bei der Meldung von neuinstallierten Photovoltaikanlagen zwischen den Daten der Bundesnetzagentur und den Daten der Übertragungsnetzbetreiber und hält die Bundesregierung angesichts dieser Unterschiede es für gerechtfertigt die Daten der Bundesnetzagentur für die Vergütungssenkungen der Photovoltaik heranzuziehen?

2.) Aus welchen Gründen wird die Veröffentlichung der Datensätze zur Meldung von neuinstallierten Photovoltaikanlagen durch die Bundesnetzagentur nicht kurzfristig nach Ablauf eines Monats für den vorhergehenden Monat veröffentlicht und hält die Bundesregierung diese verspäteten Meldung für eine verlässliche Basis der vorgesehenen monatlichen Vergütungssenkung bei der Photovoltaik?

Die entsprechenden Ergebnisse werden wir umgehend veröffentlichen.

Wir danken Herrn Fell ebenso wie den Mitarbeitern des Hauptstadtbüros für die freundliche Hilfe.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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