Die Bundesjustizministerin, die Verlage und das Leistungsschutzrecht [StatistikUpdate]

24.05.11  06:10 | Artikel: 953174 | Proteus Statement

Die Bundesjustizministerin, die Verlage und das Leistungsschutzrecht [StatistikUpdate]In einem Interview mit DRadio Wissen erklärt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Ihre Position zum umstrittenen Leistungsschutzrecht. Kommerzielle Anbieter sollen künftig für Zitate aus Presseerzeugnissen zu Kasse gebeten werden. Ein paar Hintergrundinformationen zum Thema.

Das Verlagswesen in Deutschland ist immer noch eine Milliarden schwere Branche. Allerdings sind seit Jahren die Verkaufszahlen diverser Printausgaben rückläufig. In den letzten Jahren gab es verschiedentlich Anstrengungen seitens der Verlage, die Aktivitäten mehr ins Internet zu verlagern und somit die Zahl der User wieder zu erhöhen. Allerdings fehlt es bei vielen nach wie vor an den richtigen Geschäftsmodellen und Konzepten. So wird bei einem Großteil der Verlage das Konzept Umsatzerhöhung darin gesehen, völlig sinnfrei die eigene Internetseite mit Fremdwerbung zu füllen und damit noch mehr Leser zu vergraulen.

Schon seit längerer Zeit reagieren die Verlagshäuser jetzt so, wie es auch die Banken in der Krise getan haben: mit Lobbyarbeit und dem Ruf nach wettbewerbsverzerrender Gesetzgebung. Das Jammern auf hohem Niveau wurde von Politikern erhört und bereits im Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP von 2009 berücksichtigt. Dort heißt es:

„Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt werden als andere Werkvermittler. Wir streben deshalb die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.“

Die Verlage fordern ein Leistungsschutzrecht; sie sehen hier eine Schutzlücke, die andere Verwerter nicht hätten. Es wird sogar von der 'unlauteren Ausbeutung ihrer Leistung durch Suchmaschinen' geredet. Allem voran steht Google für das Bild des Bösen.

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gesamten Artikel vom 17.5.2011 lesen.


[UPDATE]

Die unten stehende Statistik zeigt die Entwicklung von Nachrichtenqquellen von 2004 bis 2010.
Klar erkennbar ist dabei der Trend nach unten bei Fernsehen und Zeitungen.
Das Radio ist weitestgehend konstant geblieben und das Internet profitiert aus den Verlusten von TV und Zeitung.

Proteus Solutions Statistik: Entwicklung von Informationsquellen 2004-2010

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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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