eRechnung ab Juli ohne Signaturzwang

07.02.11  10:15 | Artikel: 953126 | News-Artikel (Red)

eRechnung ab Juli ohne SignaturzwangMit dem jetzt beschlossenen Steuervereinfachungsgesetz setzt die Bundesregierung auch gleich eine EU-Vorgabe aus dem Jahr 2010 um. Damit entfällt die Pflicht, elektronische Rechnungen mit einer digitalen Signatur zu versehen.

3 Mrd. Euro können nach Ansicht der EU jährlich allein in Deutschland eingespart werden, wenn die Verpflichtung zur digitalen Signatur zum 30. Juni 2011 wegfällt. Viele Unternehmen, die nicht die notwendige IT-Infrastruktur hatten, versenden nach wie vor Ihre Rechnungen per Post. Digitale Rechnungen mussten bis dahin mit einer qualifizierten digitalen Signatur versehen werden, um die Authentizität, Integrität und Lesbarkeit einer Rechnung zu gewährleisten.

Mit dem Wegfall der Signatur werden somit elektronische Rechnungen und Papierrechnungen gleich gestellt. Zwar ist eine qualifizierte digitale Signatur immer noch zu empfehlen, gerade bei Geschäften innerhalb der EU, aber kleine Unternehmen werden diese Erleichterung gerne aufgreifen um elektronische Rechnungen versenden zu können.

Die neue Regelung soll für alle Geschäftsvorfälle und Umsätze gelten, die ab dem 30. Juni 2011 anfallen. Eine finale Zustimmung des Parlaments steht noch aus.

[Update: 28.9.2011]
Das Gesetz wurde ratifiziert. Die Regelung tritt rückwirkend zum 1. Juli 2011 in Kraft.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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