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Kommentar: Der letzte macht das Licht aus - Chancen für die Solarindustrie

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Kommentar: Der letzte macht das Licht aus - Chancen für die Solarindustrie

Kommentar: Der letzte macht das Licht aus - Chancen für die SolarindustrieDerzeit gibt es eine Menge Meinungen zur Kürzung der Einspeisevergütung. Neben den Energieversorgern und Kraftwerksbauern, die die Änderungen begrüßen, beschuldigen einhellig deutsche Solarunternehmen und verschiedene Experten die Herren Röttgen und Rösler, die deutsche Solarindustrie vernichten zu wollen. Das unsere Volksvertreter, durch verstärkte Lobby-Arbeit, nur Marionetten in einem obskuren Spiel sind, dürfte jedem klar sein. Selten, dass ein deutscher Politiker schon mal Rückrad und eigene Meinung besessen hat.

Als Folge der solaren Pleitewelle stehen dafür in den nächsten Monaten vermutlich einige Tausend Mitarbeiter auf der Strasse. Das ist Wirtschaftspolitik. Danke, Herr Rösler, aber da haben sie wohl was falsch verstanden. Es ist eine Sache die sog. Subventionspolitik zu verurteilen, die durch das EEG entstanden sein mag. Wenn allerdings, wie bei einigen Meldungen geschehen, von diversen Landespolitikern über staatliche Hilfen bei einer Insolvenz nachgedacht wird, dann ist das schon ein wenig widersprüchlich. Aber selbst im Falle der Arbeitslosigkeit der Mitarbeiter - Q-Cells steht beispielsweise mit 2.000 da - wäre es einfach, die Staatskosten der Arbeitslosenversicherung mit den Kosten der EEG-Umlage in Relation zu stellen. Ob die gewollte Konsolidierung der Branche in dieser Geschwindigkeit unserem Staat weniger Kosten beschert?

Klar sein dürfte aber auch, dass die Konsolidierung der Branche längst überfällig war. Jedes Wachstum hat irgendwann ein Ende. Auffällig in diesen Zeiten ist es allerdings, dass es gerade bei den großen Unternehmen, vorrangig bei denen, die das Kürzel AG am Ende ihres Namens führen, zu Problemen kommt.

Solar Millennium, Solon, Ralos New Energy, Scheuten Solar, solarhybrid, Q-Cells, LDK, Phoenix Solar, Sunways, ...

Die Liste wir sicherlich noch wachsen. Mitunter hat es natürlich auch ein paar kleine Solateure erwischt. Aber diese sind in der Masse wohl wesentlich flexibler, als die börsennotierten Unternehmen. Denn, bei denen, die Unterstellung liegt nah, ist die persönliche Existenz der Geschäftsleitung kaum durch eine Insolvenz bedroht. Signifikant war genau diese Situation bei der insolventen Odersun AG. Verkaufserlöse in Höhe von nur 214.000 Euro und Vorstandbezüge mit immerhin 1,66 Millionen Euro. Ein klassisches Beispiel. Mitunter kann man durchaus annehmen, das die angeschlagenen Unternehmen in der EEG-Änderung eine willkommene Rechtfertigung für die eher kurzsichtige Unternehmensstrategie gefunden haben.

Das es auch durchaus anders geht, hat die aktuelle Wattner-Studie aufgezeigt. Auch ohne EEG lassen sich durchaus passable Renditen erwirtschaften, selbst wenn der eine oder andere Unternehmer den Gürtel enger schnallen muss. Jedoch wird gerade den kleinen und mittleren Unternehmen ihre Flexibilität zu Gute kommen. Stromvermarktung außerhalb des EEG, Eigenverbrauch und neue Geschäftsmodelle werden derzeit überdacht und validiert. Die Branche wird aktuell zweifelsohne kleiner. Die deutsche Solarwirtschaft wird allerdings nachhaltig nicht auszurotten sein.

Die Herren Rösler und Röttgen mögen eine Schlacht gewonnen haben, den Krieg jedoch noch lange nicht, auch wenn die Energieversorger im Hintergrund schon wieder nach eigenen Subventionen für Kernenergie schreien oder plötzlich vehement nach Off-Shore-Windparks. Langfristig können die EVUs nur verlieren.
Dann ist Schluss mit Shareholder Value - und mit Lustig.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Kommentar | Photovoltaik

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Insolvenz (24) | EEG (374) | Einspeisevergütung (29) | Pleite (3) | Photovoltaik (210) | Unternehmen (104) | Kommentar (56)




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