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Angebot mobiler Websites lässt zu wünschen übrig

Angebot mobiler Websites lässt zu wünschen übrigIn den letzten Jahren wurde eine unglaubliche Menge Smartphones verkauft. Doch die Zugriffe auf das mobile Internet machen nicht immer richtig Spaß. Hauptsächlich der Aufruf normaler Desktop-Seiten vergraulen oft genug die Nutzer.

Bis Ende des Jahres werden in Deutschland ca. 47,5 Mio. Smartphones verkauft und aktiv im Einsatz sein. Mit jedem Gerät ist der Zugriff auf das Internet möglich. Kommunikationsanwendungen wie eMail oder Chat werden meist per App zur Verfügung gestellt. Das mobile Surfen hingegen ist trotz intelligenter Browser in vielen Bereich noch recht umständlich.

Wird vom Anbieter einer Website keine spezielle mobile Version zur Verfügung gestellt, so ist der Nutzer oft gezwungen, die Desktop-Variante aufzurufen. Das sorgt dann für lange Gesichter, denn Desktop-Varianten sind natürlich weder auf die Bildschirmgröße noch auf Geschwindigkeit oder Verwendungsmöglichkeiten von Multimedia-Inhalten für mobile Geräte ausgelegt. Ein einzelnes Werbebanner kann unter Umständen mehr Datenübertragungsvolumen produzieren, wie eine spezielle mobile Website.

Noch scheint es bei den Unternehmen nicht angekommen zu sein, dass die Smartphone-User mittlerweile keine Randgruppe mehr sind. Statistiken aus dem Jahr 2011 besagen, dass rund 32 Prozent der mobilen User auch regelmäßig zum Surfen verwenden. Damit sind es immer noch gut 15 Mio. Nutzer, die mobile Websites bevorzugen würden.

Gefühlte 75% Prozent der Seitenaufrufe über Smartphones geben immer noch normale Websites zurück. Dabei gibt es allerdings keinerlei ableitbare Regel, welche Unternehmen bereits die Notwendigkeit erkannt haben, mobile Sites zur Verfügung zu stellen.

Als Alternative werden dann beispielsweise auch Apps zur Verfügung gestellt, um die Informationen der Website auf eine mobile Basis zu bringen. Der Ansatz ist aber schon vom Grundsatz her eher schlecht.

Zum einen ist die Erstellung von Apps teurer, als die einer mobilen Website. Zum anderen macht die App nur dann Sinn, wenn auch ein Mehrwert geboten wird, der über eine Website nicht oder nur schwer erreicht werden kann. Wo liegt denn der Sinn, wenn für jede Nachrichtenwebsite erst mal eine spezielle App runtergeladen werden müsste. Das Netz lebt ja eigentlich von Links.

Ein anderer Aspekt, den das Marketing ja zu gerne nutzt, ist, dass man bei den Apps ja recht unproblematisch Nutzerdaten wie Telefonnummer, SMS, installierte Programme oder auch Daten von Freunden abgreifen kann. Kaum ein User beachtet so wirklich die Datenschutzhinweise.

Jeder Anbieter einer normalen Website sollte sich überlegen, ob die dort vorhandenen Informationen auch für ein mobiles Publikum interessant sein könnten. Wenn ja, sollte umgehend eine entsprechende mobile Site eingerichtet werden. Die dort enthaltenen Informationen müssen nicht identisch mit der Desktop-Site sein - viele Inhalte können einfach nicht auf den kleinen Geräten dargestellt werden - aber grundlegende Inhalte sollten schon vorhanden sein.
Und auch Tablet-User sollten in die Überlegung mit einbezogen werden. Gerade bei diesen liegt der Anteil beim Surfverhalten naturgemäß noch höher.

Hat ein Unternehmen viel Geld für eine durchdesignte Flash-Website ausgegeben, sollte der Initiator, Multimedia-Designer oder Programmierer gefeuert werden. Apple-User finden es immer sehr prickelnd, wenn eine Site nur aus Flash besteht. Apple-User sehen dann außer einer Fehlermeldung de facto gar nichts.

Das Internet wird zunehmend mobiler. Unternehmen wären gut beraten, die mobilen Benutzer in die Planung der Internetauftritte mit einzubeziehen. Vermutlich wird das aber noch ein langer Weg, solange Designer und Webprogrammierer den Kunden heute schon nur und ausschließlich Websites im Breitbildformat gestalten. Man hat doch nur noch 16:9 oder?



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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.
Er ist zudem Gründungsmitglied der Energieblogger.



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