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Mark Zuckerbergs neues Reich: Der Weg zur Herrschaft

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Mark Zuckerbergs neues Reich: Der Weg zur Herrschaft

Mark Zuckerbergs neues Reich: Der Weg zur Herrschaft[ein persönlicher Kommentar von Björn-Lars Kuhn]
Wer dieser Tage aufmerksam die Berichte in den Medien verfolgt kommt vielleicht an ein paar Stellen ins Staunen. Facebook scheint mehr zu sein, als eine Online-Comunity oder ein soziales Netzwerk.

Datenpannen und der unverantwortliche Umgang mit Userdaten sind ja bereits bekannt von Facebook. Laut Firmenphilosophie sind das ja nur Daten von Mitgliedern. Diese werden nicht als besonders schützenswert eingestuft; und wird wieder einmal eine Lücke bekannt, so kommt in vielen Fällen kein Kommentar aus dem Hause Facebook.

Jetzt geht Mark Zuckerbergs kleine Community in die nächste Runde. Im ersten Ansatz wurde beim US-Patentamt der englische Begriff 'Face' zum Nutzungsrecht angemeldet. Demzufolge soll es keine andere Firma oder kein anderes Produkt aus der Telekommunikationsbranche geben, die das Wort Face als Namensbestandteil nutzen. Also eine Chat-Community mit dem Namen 'Face to Face' gründen läuft nicht mehr. Facebook sieht das als erste Konkurrenz an.

Wie Facebook mit Konkurrenten umgeht sieht man, wenn man die kleine Geschichte einer Site mit dem Namen 'Lamebook' (http://www.lamebook.com/) hört.
Lamebook versteht sich als Parodie auf Facebook. Das was Presse, Kommentatoren und Kolumnisten teilweise mit Politikern und großen Firmen machen, macht auch Lamebook mit Facebook.

Facebook sieht hier die humorige Komponente allerdings eher weniger: Facebook verklagte die Betreiber von Lamebook wegen Verletzung des Markenrechts.
Damit nicht genug, wurde der Begriff 'Lamebook' innerhalb des blauen Imperiums gesperrt. Die Fan-Page von Lamebook wurde gelöscht, eine Verlinkung auf lamebook.com war nicht möglich, eine Statusmeldung mit dem Begriff wurde verweigert, und wer den Begriff in einer Facebookmail verwendete wurde darüber informiert, dass diese Nachricht gesperrten Inhalt enthält.
Das Ganze ging soweit, dass Facebook sich in Kommentar-Threads einzelner User einklinkte und vor der Benutzung des Wortes 'Lamebook' live warnte.
Zwar wurde dieses Verhalten nur in der Nacht zum 23.11.2010 beobachtet, aber es zeigt deutlich, was alles möglich ist.

Unfassbar, dass sich Millionen Deutsche immer noch in diesem Dienst munter tummeln. Das Sperren einzelner Wörter stellt meines Erachtens eine reine Zensurmaßnahme dar. Wenn das schon bei einzelnen Begriffen von harmlosen Konkurrenten angewendet wird, wie viel ist dann noch möglich, bei Themen wie Wahlkampf oder Meinung?

Viele der bisher parodierten Unternehmen inkl. Google und Microsoft haben in der Vergangenheit eher über solche Seiten gelacht und diese machen lassen. Dem Ruf dieser Unternehmen hat es wohl nicht geschadet. Facebook scheint jedoch alles mit der groben Kelle bereinigen zu wollen.

Wo liegt denn da das große Ziel dieser Firma? Herrschaft über 500 Millionen kleine Untertanen, denen man genau auf die Finger schaut, was geschrieben wird?

Machtstreben, Zensur und Rücksichtslosigkeit: Facebook

Interessanterweise rührt sich bei diesem Thema nicht ein Politiker. Vermutlich weil die gerade in Facebook sind. Jede Partei unterhält heute eine Fan-Seite. Wie sieht den die Rechtslage aus, wenn Beiträge von Bundestagsabgeordneten zensiert werden?

War da nicht was in unserem deutschen Grundgesetz, mal ganz abgesehen von ethischer Verpflichtung?

www.lamebook.com


Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.
Er ist zudem Gründungsmitglied der Energieblogger.



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