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FSFE findet 2.160 Mal Werbung für Adobe Reader

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FSFE findet 2.160 Mal Werbung für Adobe Reader

FSFE findet 2.160 Mal Werbung für Adobe ReaderÜber 2.100 Behörden und Organisationen empfehlen zum Lesen von PDF-Dateien den Reader von Adobe, obwohl es einige lizenzfreie Alternativen dazu gibt. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) führt die aktuelle Kampagne weiter.

Auf vielen Internetseite werden PDF-Dokumente zum Download oder zum Anzeigen von Detailinformationen angeboten. Ob es Produktinformationen, Formulare oder Vordrucke für Bestellungen. Das PDF-Format, ein Akronym für 'Portable Document Format', hat sich in den letzten Jahren de facto als Austauschformat etabliert. Allerdings muss man nicht immer die Software von Adobe zum Anzeigen dieser Dokumente verwenden.
(siehe auch Proteus-News-Artikel 952071: freie Alternativen zum Acrobat Reader)

Der Acrobat Reader ist zwar ein kostenloses Programm, unterliegt jedoch trotzdem einer Lizenz. So ist das zur Verfügung stellen zum Download auf der eigenen Seite nicht gestattet. Freie Alternativen hingegen können teilweise auch selbst angeboten werden. Auch ein Blick in die IT-Nachrichten bestätigt nahezu jede Woche, dass schon wieder Sicherheitslücken im Reader entdeckt worden sind, die dem Nutzer sehr wohl Schaden können.

Leider hat sich wohl der Name Adobe in den letzten Jahren so gut etabliert, dass dieser für viele User heute ein Synonym für das Anzeigen von PDF-Dokumenten ist. Zwar hat Adobe diesen Standard erfunden, durch Einbringung des PDF-Formates in den Standardisierungsprozess der ISO wurde dies jedoch zum 1. Juli 2008 in der Version 1.7 als ISO 32000-1:2008 zum Offenen Standard.

Adobe ist nach wie vor eine Lizenz gebundene Software eines amerikanischen Herstellers. Warum werben viele Seitenbetreiber immer noch ausschließlich für Adobe auf ihrer Website?

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) hat im Rahmen der aktuellen Kampagne tausende von Websites untersucht und in den letzten Wochen insgesamt 2.160 mal den Link oder Hinweis auf den Reader von Adobe gefunden.

Zu den wichtigen Websites, die alternativlos den Acrobat Reader empfehlen gehören beispielsweise der Deutsche Bundestag, die Bundesbank, das Abgeordnetenhaus Berlin, die Bundesregierung und der Bundesrat.

Auf der Webseite der Bundesregierung liest man beispielsweise:

"Zum Öffnen der angebotenen PDF-Dokumente benötigen Sie den PDF-Reader. Dieses Programm können Sie auf folgender Seite kostenlos herunterladen: Adobe Reader herunterladen"

Dass die Bundesregierung Software eines amerikanischen Herstellers empfiehlt, wobei bei den freien Alternativen auch deutsche Entwickler tätig sind, ist kaum vorstellbar.

In den kommenden Wochen wird die FSFE die Betreiber der gefundenen Websites anschreiben und diese auffordern, die direkte Werbung abzustellen oder auf entsprechende Alternativen hinzuweisen.

Die Proteus Solutions GbR unterstützt die Arbeit und die Kampagne der FSFE

http://www.fsfe.org/campaigns/pdfreaders/




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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