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Das große Geschrei der politischen Datenschützer

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Das große Geschrei der politischen Datenschützer

[ein persönlicher Kommentar von Björn-Lars Kuhn]
Datenschutz muss sein, keine Frage. Jeder Einzelne von uns hat das Recht darauf.
Aber wo ist die Grenze? Und wo fangen Diskussionen an, die nur der Profilierung der Politiker dienen?

Nehmen wir mal ein aktuelles Beispiel: Google Analytics steht momentan in der Kritik.
Bei diesem kostenlosen Tool von Google werden die Daten eines Benutzers einer Website aufgezeichnet. Dabei werden diverse Informationen gespeichert wie beispielsweise die IP-Adresse oder die Adresse, von welcher der Benutzer verwiesen wurde.
So gibt es einige Kritikpunkte an Firmen wie Google, die unsere bundesdeutschen Politiker eher verwerflich finden und vehement dagegen halten. Meines Erachtens aus Gründen der Selbstdarstellung.

Persönliche Informationen werden eigentlich nicht gespeichert. Deswegen entbrennt gerade die Diskussion darüber, ob eine IP-Adresse persönlich ist oder nicht. Der "normale" Internetuser bekommt jedes Mal, wenn er ins Internet geht, eine neue IP-Adresse von seinem Anbieter zugewiesen. Somit ist es nicht über die IP-Adresse möglich Herrn Müller oder Frau Schmidt zu identifizieren.

Google Analytics ist heute das kritisierte Tool in der Öffentlichkeit. Dabei speichert JEDER Webserver, egal mit welchem Betriebssystem er betrieben wird, die ganze Palette der Informationen über die Zugriffe. Mit diverser Software, teils kommerziell, teils kostenlos erhältlich, lassen sich so recht einfach diese Informationen auswerten. Aus Sicht eines Web-Administrators auch durchaus notwendig. So bin ich aus Beweisgründen gezwungen als Shopanbieter diese Daten zu speichern, um ggf. bei Betrugsfällen entsprechende Fakten vorlegen zu können. Zudem benötigt jeder Seitenbetreiber diese Daten für ein richtiges Marketing.

Ist es nicht paradox, das aus Sicht mancher Politiker der Datenschutz erhöht werden muss, um die Bürger zu schützen, und gleichzeitig der Staat wegen der Vorratsdatenspeicherung eins auf die Mütze bekommen hat? Hier sind es meiner Meinung nach nur paranoide Vorstellungen, die uns glauben machen sollen, die Organisierte Kriminalität könne damit besser bekämpft werden.
Jeder halbwegs Kriminelle weiß heute, wie er solche Maßnahmen umgehen kann.
Natürlich sollte den Anbieter von illegalen Inhalten nicht Tür und Tor geöffnet werden, Kontrolle ist durchaus sinnvoll, aber alle unsere Daten aus dem täglichen Leben - inkl. dem Internet - speichern?

Bevor hier gesetzliche Bestimmungen geschaffen werden, die wieder mal an der Realität vorbei gehen und die Bürger durch die deutsche Politik wieder einmal bevormundet werden, sollte es vielleicht ein paar sinnvolle Aufklärungskampagnen geben.

Was nutzt denn der beste Datenschutz bei der Anzahl von Benutzern diverser Dienste wie Facebook, YouTube, Xing, Twitter und ähnlichen Anbietern. Kann der Hang zum geistigen Exhibitionismus per Datenschutzgesetz gebremst werden?
"Orwell hätte sich das nicht träumen lassen", so ein Zitat von Ilse Aigner, auf deren Internetseite übrigens auch diverse Links zu sozialen Netzwerken prangen. Aber vielleicht sollte man auch mal hinter die Kulissen schauen.
Warum regt sich eigentlich niemand über Loyalitätsprogramme auf, wie PayBack oder die DeutschlandCard? Diese Datensammlungen sind noch wesentlich gravierender, weil sogar Abrechnungsvorgänge mit registriert werden können. Und jeder Einzelne hat freiwillig zugestimmt.

Das, meine Damen und Herren Politiker, sollten Sie sich mal durch den Kopf gehen lassen und nicht immer an die nächste Schlagzeile denken oder die Wiederwahl.


Download:
Proteus-Artikel-Datenschutz-952016.pdf


Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.
Er ist zudem Gründungsmitglied der Energieblogger.



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